Ist die Public Cloud ein Risiko oder überwiegen die Vorteile?

Ist die Public Cloud ein Risiko oder überwiegen die Vorteile?

Im Jahr 2019 ist Bewegung in den Schweizer Markt gekommen durch die Eröffnung von Schweizer Standorten der grossen Hyperscaler Google Cloud und Microsoft Azure. Dadurch ist der Druck auf die lokalen Anbieter gestiegen. Das Argument, „Daten müssten in der Schweiz sein“, funktioniert nicht mehr. Stattdessen positionieren sich gewisse lokale Anbieter auf andere Weise gegen die Grossen. Ist gegeneinander die richtige Strategie?

Wir haben uns entschieden, mit Google Cloud eine Partnerschaft einzugehen und unsere auf OpenShift basierende Containerplattform komplett abzulösen und auf Google Kubernetes Engine in die Google Cloud zu migrieren. Dies ergänzend zu den bestehenden Managed-Service- sowie Datacenter-Angeboten in unseren beiden redundanten Schweizer Rechenzentren.

Wieso glaube ich, dass dies die richtige Entscheidung war? 

Public Clouds, wie die grossen Anbieter genannt werden, bieten eine andere Palette an Möglichkeiten als lokale Private-Cloud-Anbieter. Es ist korrekt: Die Risikoabwägung fällt anders aus, wenn man Kunde von einer Schweizer Tochterfirma eines Amerikanischen oder Chinesischen Konzerns ist, als wenn man auf lokale, von Schweizern beherrschte KMU setzt. 

Allerdings unterschätzt man in meinen Augen die Möglichkeiten und Vorteile der grossen Anbieter. Niemand in der Schweiz hat darauf gewartet, dass ein weiterer Anbieter von Rechenleistung (IaaS – Infrastructure as a Service) hier einen Standort eröffnet. Auch geht es nicht darum, dass man in der Cloud sein muss, weil der Trend dies vorgibt und man dadurch Kosten einspart. Den Unterschied machen die Services.

«Bei Google arbeiten mehrere tausend Ingenieure daran, ihre Services möglichst einfach und mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad anbieten zu können. Wieso sollten wir einerseits diese Services nachbauen und andererseits diese auch noch selber automatisieren? Also quasi doppelte Arbeit verrichten?» - Thomas Hug, CEO @ nine

 

Es ist komplex und braucht viel Know-how, um eine Kundenapplikation erfolgreich mit verschiedenen Cloud Services betreiben zu können. Dadurch bleibt uns genug Arbeit, welche die Public Cloud Provider uns nicht abnehmen wollen oder können. Da geht es zum Beispiel um Monitoring, Backup, Disaster Recovery oder auch das Bereitstellen von GitOps Deployment Tools. Wir haben uns deshalb entschieden, nicht gegen die Public Cloud Provider zu arbeiten, sondern mit ihnen – in unserem Fall mit Google Cloud. Wir sind überzeugt, dass wir unseren Kunden einen besseren Service bieten können, wenn wir auf diese Weise die auf dem Markt vorhandenen technischen Möglichkeiten maximal ausnutzen.

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Warum Applikationen heute containerfähig sein sollten

Neben den technischen Möglichkeiten können sich die Anforderungen an Applikationen ebenfalls schnell ändern. Der Prozess von der Entwicklung bis zum effektiven Update der Produktionsumgebung muss also möglichst schnell ablaufen. Dazu sind automatische Tests und ein automatisches Deployment nötig, welches keine manuelle Arbeit erfordert. Die Container-Technologie ist für solche Workflows, umgesetzt mit sogenannten Pipelines, die Basis. Damit verkürzen wir den Entwicklungszyklus massiv und können Anpassungen an den Applikationen mehrmals pro Tag in die Live Umgebung übernehmen.

Dank der Möglichkeit, sämtliche Services bei Google Cloud per Script zu erstellen, konnten wir die Installation der Containerplattform sowie der dazu nötigen, selber integrierten Services vollständig automatisieren. Es ist so möglich, bereits für eine kleine Applikation ein dediziertes Cluster zu betreiben, welches von anderen Kunden unabhängig ist.


Private Clouds haben weiterhin ihre Berechtigung

Eine Applikation containerfähig zu machen, ist mit Aufwand verbunden und ein automatischer Deploymentprozess kommt mit zusätzlicher Komplexität, welche unterhalten werden muss. Kann oder will man von diesen neuen Möglichkeiten nicht profitieren oder gibt es keinen Grund aus Businesssicht, moderne Services wie Machine Learning und AI zu nutzen, werden sich die zusätzlichen Kosten nicht auszahlen.

Je nach Applikation kann es zudem kostengünstiger sein, wenn man diese in einem herkömmlichen Datacenter betreibt. Wenn man zum Beispiel ohne Services zu nutzen eine virtuelle Maschine eins-zu-eins in einer Public Cloud betreibt, entstehen höhere Kosten als dies bei den meisten lokalen Anbietern der Fall ist.

Ob Public - oder Private Cloud: Wichtig ist, dass die Wahl zu der Unternehmensstrategie passt, die Lösung zukunftsfähig ist und das Projekt gemeinsam mit einem vertrauensvollen Partner zum Erfolg gebracht wird. 

 


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Tom Hug

CEO @ nine