RailsGirls 101 - Meine Erfahrungen als Coach

David Okt 11, 2016

In diesem Blog-Post möchte ich von meinem Wochenende beim Workshop der RailsGirls Zürich erzählen und welche wichtigen Erfahrungen ich hiervon mitgenommen habe.

Das Konzept von RailsGirls ist einfach: Eine Gruppe von vierzig Frauen in einem Raum, von denen die meisten keinen technologischen Hintergrund haben, jedoch ein gemeinsames Ziel: Soviel wie möglich darüber lernen, wie eine Webseite mit Ruby on Rails erstellt werden kann. Im Vorfeld möchte ich sagen, dass diese Aufgabe nicht ganz einfach war.

Das RailsGirls-Wochenende fand im Impact Hub EWZ Unterwerk Selnau statt und da nine.ch dort als Sponsor mitwirkte, wurde ich zusätzlich der nine.ch-Botschafter vor Ort. Insgesamt waren wir bei diesem Abenteuer 14 Coaches, alle mit umfangreichem technischen Hintergrund.

RailsGirls Zürich 2016
RailsGirls Zürich 2016

Falls du dich fragst, was es braucht, um ein Coach bei den RailsGirls zu werden - hier die wichtigsten Dinge, die ich empfehle zu beachten (oder zu vermeiden):

##1 - Mach dir vorher Gedanken über die Grundlagen Einige Fragen sind zu erwarten, wie beispielsweise „Was ist eine Datenbank?“, „Was ist Rails?“

Andere Fragen dagegen trafen mich unvorbereitet und brachten mich für die Beantwortung etwas zum Nachdenken: „Warum verwenden wir ein Terminal auf dem Mac? Warum nicht den Finder?“, „Warum brauchen wir einen Editor? Warum verwenden wir nicht Microsoft Word?“, „Warum geben wir einen Text im Editor ein und tun Dinge im Terminal, um eine Website zu machen?“

Selbstverständlich kannst du nicht auf jede einzelne Frage vorbereitet sein, aber es könnte hilfreich sein, die Grundlagen vorher aufzufrischen oder dir zumindest dazu Gedanken zu machen, wie du solche Fragen beantworten könntest.

##2 - Vermeide zu technische Fachausdrücke Als langjähriger, professioneller IT-ler neigst du bestimmt auch dazu, wie selbstverständlich Fachbegriffe zu verwenden, die für Aussenstehende etwas seltsam klingen. Im direkten Gespräch mit den Anfängerinnen werden dir diese jedoch schnell wieder bewusst, dazu gehören Wörter wie „Algorithmus“, „Prozess“, “Service“ etc.

Ich empfehle, während dem Event möglichst auf solche Fachausdrücke zu verzichten um Verwirrungen zu vermeiden.

##3 - Sei kreativ beim Erklären Je verrückter deine Beispiele sind, desto einprägsamer sind sie.

Das ist der Grund, warum wir Rails Router als Nachtclub-Türsteher, virtuelle Ruby-Maschinen als vornehme englische Damen und Controller von MVC als italienische Orchester-Dirigenten bezeichneten.

Allerdings empfehle ich dir, diese Ausdrücke zurück im Büro nicht laut auszusprechen, ansonsten könnte es passieren, dass die Kollegen an der Kaffeemaschine ganz schnell vor dir fliehen…

##4 - Packe genügend Wasser, Nahrung fürs Gehirn und Vitamin C ein

Zwei Tage intensives Training sind sehr anspruchsvoll, deswegen waren Vitamin C und Nahrung für’s Gehirn für mich äusserst wichtig. Das Wasser ist nur gegen den Durst - vom vielen Reden kommt dieser automatisch.

Die Erfahrung hat unglaublich Spass gemacht und ich kann es kaum abwarten, zukünftige Rails-Events zu begleiten. Vielen Dank nochmals an das RailsGirls Zürich Team für die super Organisation und ich bin stolz, dass auch nine.ch dazu beigetragen hat, diesen grossen Wissensaustausch am Wochenende möglich gemacht zu haben.